Milena Jesenska

Aus Gerechte-der-Pflege

Wechseln zu: Navigation, Suche
Milena Jesenska

Die tschechische Journalistin Milena Jesenská, ehemalige Freundin von Franz Kafka (Kafka setzte ihr in seinen Tagebüchern, 1952 erschienen, und in den „Briefen an Milena" ein Denkmal) war die Tochter des bekannten Prager Arztes und Universitätsprofessor Jan Jesensky. Als die Deutschen die Tschechoslowakei besetzten, schloß sie sich der Widerstandsbewegung an und half Naziverfolgten, ins Ausland zu kommen. 1939 verhaftete sie die Gestapo in Prag. Milena kam in das Untersuchungsgefängnis Dresden. Als sie ins KZ Ravensbrück überstellt wurde, war sie bereits krank. Vermutlich litt sie unter Rheumatismus, hatte ständig geschwollene Hände und ununterbrochen Schmerzen.

Die Berufsfremde Milena arbeitete im Krankenrevier. Durch ihre Arbeit konnte sie vielen Frauen das Leben retten, indem sie Blutproben, die nach Berlin zur Untersuchung geschickt wurden, kurzerhand fälschte. Im Winter 1941 versuchte sie, der internierten Lotte Henschel zu helfen. Diese befand sich in einem jämmerlichen Zustand. Es hieß, dass Tb-Kranke entlassen werden sollten.

Milena Jesenská besorgte Lotte Henschel einen positiven Sputumbefund, durch den diese auf die TB-Station gelangte. Der SS-Arzt füllte dann auch den Entlassungsantrag aus. Im letzten Moment bekam Milena Jesenská mit, wohin die „Krankentransporte" wirklich gingen.

Milena quälte sich mit Selbstvorwürfen. Ungeachtet dessen, dass sie sich selber in Gefahr brachte, ließ sie hintereinander neue Sputumbefunde von Lotte Henschel anfertigen, die natürlich negativ waren und beharrte auf eine wundersame Ausheilung der Tuberkulose bei dieser Patientin. Endlich konnte sie den SS-Arzt Sonntag von der "Wunderheilung" überzeugen. Lotte Henschel wurde von der Transportliste in den sicheren Tod gestrichen.

Im Winter 1943/44 verschlechterte sich Milenas Gesundheitszustand massiv. Ständig hatte sie Fieber. Der neue SS-Arzt untersuchte sie und stellte fest, dass angeblich eine Niere vereitert sei und riet zu einer Operation. Die Operation überlebte sie zwar, konnte sich aber in den nächsten drei Monaten von ihr nicht wirklich erholen. Milena Jesenska starb am 17. Mai 1944.


Quellen

Siehe auch

Persönliche Werkzeuge